DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung 1925 durch Ernst Wagemann als „Institut für Konjunkturforschung“ in Berlin ins Leben gerufen, hat durch historische Umstände bedingt öfter den Standort innerhalb Berlins gewechselt. So ist es auch 2007 vom langjährigen Dahlemer Domizil in die Mohrenstraße 58 in Berlin Mitte umgesiedelt. Bei der Mohrenstraße 58 handelt es sich um den im Jahr 1937 nach Entwürfen des Architekten Kurt Rudolph Bieger erbauten Geschäftssitz der Allianz Versicherungen. Das Gebäude wurde im Krieg stark beschädigt und war ab dem Jahr 1949 der Sitz des „Deutschen Außen- und Innenhandels“. 1998 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Seine heutige Gestalt ist der Arbeit des Architekturbüros Diener&Diener aus Zürich zuzuschreiben. Man tritt über eine unbeheizte Vorhalle in einen nicht näher bestimmten Vorraum ein, um dann über Aufzüge oder die Treppe im 1. OG zum Empfang des DIW zu gelangen. Das Institut ist hier auf mehreren Etagen untergebracht. Der unmittelbare, ebenerdige Zugang nach der Halle ist nicht mit einem Empfang besetzt. Aus diesem Grunde suchte man nach einer Gestaltung, um diesem Transitraum Aufenthaltsqualität zu verleihen. Hier konnten die Fischer Innenarchitekten das DIW mit der Idee einer Geschichtsausstellung überzeugen. So wird die Arbeit des DIW über die Zeit nahbar gemacht und erfährt in den einzelnen Zeitstationen etwas über die Verknüpfung mit der Lebenswirklichkeit, beziehungsweise ist auch erkennbar, inwieweit Prognosen Wirklichkeit geworden sind. Ein weiterer Aspekt ist die eindeutige Abgrenzung einer Text- und Bildausstellung zu den ebenso notwendigen Aussagen eines Wegeleitsystems. Eine Bank und Prospektablagen auf gefaltetem Blech vervollständigen die Ausstellung.

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© Matthias Ritzmann
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© Matthias Ritzmann
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© Matthias Ritzmann
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© Matthias Ritzmann

Die Dauerausstellung musste in dem unter Denkmalschutz stehenden Natursteinwänden so angebracht werden, dass sie jederzeit rückstandslos entfernt werden kann. Aus Brandschutzgründen sind die Ausstellungstexte auf einem Alumniumverbundwerkstoff aufgezogen, der nicht brennbar ist. Durch Entfernen der bedruckten Folien ist eine Änderung, bzw. Fortschreibung der Ausstellungsinhalte möglich. Die Grafik der Ausstellung bedient sich großer Zahlen - Zahlen, der Werkstoff aus dem Statistiken sind - die wiederum das Fundament jeder Wirtschaftsstudie darstellen - Zahlen, die neugierig darauf machen sollen, was hinter ihnen steht. Hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Bezug zu den Lebenssituationen der „kleinen Leute“ oder auch einem Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung.


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